Dichter-Kreise

Dichter – und insbesondere Lyriker – gesellen sich gerne mit Gleichgesinnten oder werden auch von Außenstehenden oft als Gruppierungen nach bestimmten Merkmalen gesehen, was wahrscheinlich durch die ›Vereinsmeierei‹ in Deutschland eine besondere Verbreitung hat. So entstanden bzw. entstehen Lyrikerscharen als Clubs, Gruppen, Kreise, Landschaften, Schulen, Orte, Zirkeln uam.

Sächsische Dichterschule

Als Begriff von Adolf Endler 1978 in ironischer Anspielung auf die Geschlossenheit offizieller, staatsaffirmativer Literaturzirkel geprägt für eine Gruppe von DDR-Schriftstellern, die in den 1930er und 40er Jahren geboren, durch Georg Maurer vom Leipziger Institut für Literatur ›Johannes R. Becher‹ geprägt, die Lyrik der DDR entscheidend mitbestimmten. Es gab in dieser Gruppe so etwas wie ein generatives, neues Poesieverständnis, das sich ab 1960 im Osten entwickelt hatte. Das wurde in der BRD von jungen Lesern erstaunt und zustimmend zur Kenntnis genommen, weil es da eine parallele Entwicklung nicht gab. (Kirsten in [3])

Kurt Bartsch [1,2]
Wolf Biermann [1,2]
Thomas Brasch [2]
Volker Braun [1,2]
Heinz Czechowski [1,2]
Adolf Endler [1,2]
Elke Erb [1,2]
Peter Gosse [1]
Uwe Greßmann [2]
Manfred Jendryschik [1]
Bernd Jentzsch [1,2]
Rainer Kirsch [1,2]
Sarah Kirsch [1,2]
Wulf Kirsten [1,2]
Reiner Kunze [2]
Richard Leising [1,2]
Kito Lorenc [1,2]
Karl Mickel [1,2]
Inge Müller [2]
Andreas Reimann [1]
B.K. Tragelehn [1,2]
Walter Werner [2]
013

089
115


301
252
126

276
271
330
004
008
097
143
161
105


095

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Friedrichshagener Dichterkreis

war eine lose Vereinigung von Schriftstellern des Naturalismus, die seit 1888/89 zunächst in den Häusern von Wilhelm Bölsche und Bruno Wille in Friedrichshagen am heutigen Berliner Müggelsee zusammenkamen. Die Lyriker in der Gruppe waren:

Max Dauthendey
Ida Dehmel
Paula Dehmel
Richard Dehmel
Gerhart Hauptmann
Hedwig Lachmann
Else Lasker-Schüler                             250
John Henry Mackay
Erich Mühsam
Wilhelm von Polenz
Frank Wedekind                                  148

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Neuer Friedrichshagener Dichterkreis

war die scherzhafte Neugründung des Friedrichshagener Dichterkreises durch Johannes Bobrowski und Manfred Bieler im Jahr 1962. Sie bezogen sich dabei auch auf Bobrowskis Wohnort Berlin-Friedrichshagen

Johannes Bobrowski                                      052
Günter Bruno Fuchs
Lothar Kusche
Christa Reinig

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Stadt der toten Dichter

(Czernowitzer Söhne und Töchter / Lyriker der Bukowina)

Eine bemerkenswerte Häufung lyrischer Talente ist in der mehr- und unter anderem auch deutschsprachigen Gemeinschaft der Bukowina Anfang des 20. Jahrhunderts zu finden: »Nicht umsonst wird die Stadt am Pruth als ›Stadt der toten Dichter‹ bezeichnet … Mit Beginn der österreichischen Herrschaftsperiode wurde eine Einwanderungspolitik in Gang gesetzt, die eine beispiellose Völkervielfalt mit sich brachte. Vor allem Deutsche, Juden, Armenier und Ungarn ließen sich in der bis dahin überwiegend von Ukrainern und Rumänen besiedelten Gegend nieder. Der Aufstieg von Czernowitz vom abgelegenen Provinznest zur multiethnischen Großstadt erfolgte in beachtlichem Tempo und endete erst 1918 mit dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie.« [Lyrikzeitung, 14.1.13]

Rose Ausländer (1901-1988)
Paul Celan (1920-1970)
Georg Drosdowski
Alfred Gong (1920–1981)
Alfred Kittner (1906–1991)
Itzig Manger (1901-1969)
Alfred Margul-Sperber (1898-1967)
Selma Meerbaum-Eisinger
Immanuel Weißglas
Moses Rosenkranz (1904-2003)
Isidor Worobkiewicz
292
137





166

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Geschlossene Gesellschaft

nannte sich (bzw. wurde so bezeichnet) eine Gruppe engagierter Künstler und Dichter, die in den überbordenden Jahren zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin die humoristisch-kabarettistische Szene beherrschte, zu der naturgemäß auch etliche Lyriker gehörten.

Bertolt Brecht                                                      001
Erich Kästner                                                       066
Klabund
Walter Mehring                                                    321
Paul Mühsam
Otto Reutter
Kurt Tucholsky                                                     034
Karl Valentin                                                        322
Frank Wedekind                                                    149
Erich Weinert                                                       005

   

 

Quellen
[1] Wikipedia
[2] Uni Wien
[3] Axel Helbig: Der eigene Ton 2, Leipziger Literaturverlag 2014